Evangelische Kirchengemeinde Müncheberger Land
 

 

Jahnsfelde



In seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" erwähnt Theodor Fontane ein "Pfuhlen-Land" an der Grenze von Barnim und Lebus. In einem gleichlautenden Kapitel beschreibt er die ausgedehnten Besitzungen der Adelsfamilie von Pfuel, darunter auch den seit 1449 in der Pfuelschen Familie befindlichen Herrensitz Jahnsfelde (Lit. 6).

Kirche Jahnsfelde Grundriss, Lit. 1


Körpergrabfunde belegen, dass das Gebiet um Jahnsfelde in der Jungsteinzeit bereits besiedelt war. Jungslawische Stämme besiedelten im 11. und 12. Jahrhundert diese Gegend .

Ab 1218 unterstand das Land Lebus dem polnischen Teilherzog von Schlesien Heinrich I. und 1224 verlieh Herzog Heinrich I. dem  schlesischen Zisterziensernonnenkloster Trebnitz Land, welches zur Gründung von Orten genutzt werden sollte. Das Kloster gründete 1244 den Ort Jansuelde (Jahnsfelde) (Lit. 1).
Die Gemarkung wurde 1449 durch das adlige Geschlecht derer von Pfuel erworben und - ein seltener Fall in der Region - bis ins 20. Jahrhundert geführt. Der letzte Herr auf Jahnsfelde, Curt-Christoph von Pfuel, wurde 1945 enteignet. 

Neben dem Schloss steht die aus Feldsteinen im 13. Jahrhundert erbaute Schlosskirche. Vom gotischen Ursprungsbau ist das vermauerte Spitzbogenportal und die kleinen rundbogigen Schallöffnungen des Westturmes erhalten. Eine umfassende Erneuerung erfolgte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dabei kam es zur Veränderung der Umrahmungen der Fenster, dem Einbau eines Westportales, der Zufügung der Turmgiebel in neugotischer Form, ferner der Strebepfeiler an den Ostecken des Langhauses und an der Südwestecke des Turmes. 



Schlosskirche Jahnsfelde, © kg

Ein Sandsteinepitaph für den am 25. Februar 1593 verstorbenen Christoph von Pfuel ist an der Innenwand neben dem Altar angebracht. Weitere Gedenktafeln zeugen von der fast 500-jährigen Geschichte derer von Pfuel in Jahnsfelde.



Schlosskirche Jahnsfelde Spitzbogenportal, © kg




Schlosskirche Jahnsfelde Westseite, © kg


Auf der Südseite sieht man den zugemauerten Portalbogen, wo früher eine Eingangstür in das Schiff führte. Der Innenraum enthält eine Winterkirche unter der Empore.



Schlosskirche Jahnsfelde Winterkirche, © bz



Schlosskirche Jahnsfelde Altarraum, © bz